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Die griechischen Kinder der DDR (AT)

   
 

Status

Projektentwicklung

Inhalt

Während des griechischen Bürgerkrieges verschwanden 1948 über 28.000 Kinder hinter den Eisernen Vorhang. Fast 1.200 von ihnen fanden in der 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik eine neue Heimat. Ein Film über das Experiment der Utopie einer Diktatur, die sich zur Aufgabe gemacht hat eine Gruppe von fremden Kindern zu Vorbildern einer neuen und besseren Gesellschaft zu erziehen.

Die Erziehungsmethoden für diese Kinder entsprechen idealen Vorstellungen. Es gibt keine Eltern, die der sozialistischen Erziehung etwas entgegensetzen können. Jeden Morgen werden sie durch Frühsport körperlich geschult. Deutsche Pädagogen unterrichten sie in der Sprache ihrer neuen Heimat. Griechischen Heimatkunde-unterricht erhalten sie von Griechen. In dieser Welt zwischen griechischem Kinder-Kollektiv und deutscher Umgebung wird die DDR zu einer zweiten Heimat. Auch die griechischen Kinder der DDR sollen treue Sozialisten werden, um nach Ihrer Rückkehr ein sozialistisches Griechenland aufzubauen. †ber zwei Jahrzehnte vergehen ehe sie nach Griechenland zurückkehren dürfen. Die meisten heiraten untereinander, gründen Familien und arbeiten für den Sozialismus in der DDR. Die DDR verpasst es aber ihre Griechen vollkommen in ihre Gesellschaft zu integrieren. So bleibt für viele Griechenland ein Sehnsuchtsziel. Als die Migration von Griechen nach Westdeutschland ihren Höhepunkt erreicht, beginnt die Ausreisewelle der DDR-Griechen nach Griechenland und ebenfalls nach Westdeutschland. Die meisten geben an in den Westen zu gehen, um mit ihren leiblichen Geschwistern, die als Gastarbeiter aus Griechenland in die BRD gekommen sind zu leben. Oftmals ist der Grund jedoch in Freiheit und besseren ökonomischen Bedingungen zu leben.

Doch weder die griechische Militärregierung von 1964-1974, noch die DDR machte ihnen diese Ausreise einfach, aber nach der staatlichen Anerkennung der DDR durch die meisten Staaten der Vereinten Nationen eröffnete auch Griechenland eine Botschaft in Ost-Berlin. Die DDR-Griechen beantragten einen Reisepass und konnten nicht mehr zurückgehalten werden. Erstmals lernten viele der DDR-Griechen das autoritäre, das Stasi-Gesicht der DDR kennen. In Verhören wurde den Ausreisewilligen Undankbarkeit und Verrat vorgeworfen. In der Bundesrepublik angekommen, erachten einige die Vorwürfe sogar als begründet. Die Mehrheit der sozialistischen Musterschüler haben 1974 mit der DDR abgeschlossen und ihr den Rücken zugekehrt, um in den Westen zu ziehen. Was waren die Gründe? Wieso ändert sich ihre Stimmung gegenüber dem Staat, der sie aus eigener Verlautbarung so fürsorglich aufgezogen hat? Bis heute schwärmen viele der griechischen Kinder der DDR von dieser Zeit. Wie vertragen sich die nostalgische Rückschau auf dieses Gesellschaftssystem und ihre sozialistische Erziehung mit ihrem Gang in den kapitalistischen Westen? Nach ihrer Rückkehr in Griechenland können sie sich weder der veränderten Gesellschaft anpassen, noch ihre ideale hochhalten, die auf einem Experiment eines Staates basieren, der nicht mehr existiert.

Stab

Autor: Pari Garvanos, n.n.
Regie: n.n.
Kamera: n.n.
Schnitt: n.n.

Darsteller: n.n.

Produktion: Polarlicht Filmproduktion
Produzenten: Pari Garvanos, Ingo Schuenemann
TV-Sender: SKAI - Griechenland

Förderung: n.n.